Amir Malki und Marc Röll gewinnen die Simssee – Kanne
Die Simssee Kanne
Simssee – Das W steht für Wind
Die Simssee-Kanne war dieses Jahr (wie aus der Überschrift bereits zu erahnen) nicht gerade mit viel Wind gesegnet, aber immerhin zwei Wettfahrten brachten wir ins Ziel. Im Gegenzug verbrachten wir zusammengerechnet vermutlich mehr Zeit mit Essen als mit Segeln, entsprechend viel wird es im Text auch darum gehen. Also holt euch noch einen Snack, bevor ihr hungrig werdet beim Lesen! Letztendlich haben wir wohl das Maximum aus dem Wochenende herausgeholt – ob das fürs Segeln oder Essen gilt, darf jeder am Ende selbst entscheiden! Aber der Reihe nach. Los ging’s mit der Anreise am Freitagabend und der versprochenen Brotzeit mitsamt Freibier, gespendet von Wolfgang Niessen und Wencke Kirst – vielen Dank an dieser Stelle! Auch wenn noch nicht viele Segler angereist waren, hätten wir angeblich sogar das Fass geleert, was den einen oder anderen doch etwas wunderte, so viel hatten wir doch wirklich nicht getrunken, oder?
Am Samstag wurde dann fleißig aufgebaut, gestärkt von Butterbrezeln und Kaffee zum Frühstück, im Anschluss gab es noch Weißwurst oder Wienerle, um für einen anstrengenden Segeltag fit zu sein. Die Steuerleutebesprechung wurde sehr kurz gehalten (manch einer sollte sich ein Beispiel nehmen!): Schnelle Begrüßung durch den Präsidenten des SRS, Vorstellung des Wettfahrtleiters, der auf guten Wind hoffte, und kurze Klärung möglicher Untiefen und Hindernisse (wirklich sehr kurz, es gibt nämlich keine). So, jetzt hätten wir ja loslegen können, aber der Wind hatte sich leider immer noch nicht gezeigt. Die Einen bemühten sich daher schon um die Zusammenstellung einer Schafkopfrunde (was gar nicht so leicht war, wie sich zeigte), die Anderen machten noch ein paar Trockenübungen für gelungene Manöver. Wieder andere badeten, bastelten an ihren Booten, segelten einen kurzen Probeschlag oder machten ein Nickerchen – kurzum: es wurde alles getan, was man an einem sonnigen Flautentag eben macht. Mehr als einzelne Windfelder mit maximal drei Knoten zeigten sich nämlich nicht. Als sich auch der übliche Abendwind des Simssee nicht ausreichend durchsetzen konnte, beendete der Wettfahrtleiter die Startbereitschaft gegen 18 Uhr und der Grill wurde angefeuert. Nachdem man sich also am Nachmittag am Kuchenbuffet durchgeschlemmt hatte (bei sechs Kuchen und Torten für 20 Segler kann man wohl getrost von einem Buffet sprechen…), ging es quasi nahtlos weiter mit Steaks und selbstgemachten Gemüsepatties vom Grill, zusammen mit verschiedenen Salaten wie beispielsweise einem Rote-Beete-Carpaccio, gefolgt von Eis als Nachspeise – verhungern konnte hier wirklich keiner! Zur Abwechslung gab es als „Freibier“ diesmal auch alkoholfreies Bier und Spezi zur Auswahl, sodass alle etwas davon hatten (auch an dieser Stelle könnte man sich ein Beispiel nehmen!).
Für Sonntag war der Start auf 10 Uhr angesetzt. Zuvor wurde wieder ein reichhaltiges Frühstück vorbereitet, von Kaffee und Tee über verschiedene Semmeln bis hin zu unterschiedlichen Aufstrichen war alles geboten. Da der See allerdings wieder spiegelglatt dalag, war sogar Zeit für ein zweites (Weißwurst-) Frühstück – mit irgendetwas musste man sich eben die Zeit vertreiben. Als neue Beschäftigung fanden wir das Bauen von Schilfschiffchen (vom Hafenwart wurden wir hier augenzwinkernd gebeten, bitte nicht den ganzen Garten abzuholzen), doch gerade als wir das Schilfschiffslalomsegeln starten wollten, baute sich tatsächlich ein leichter, aber regattatauglicher Wind auf (sicher sind unsere Schilfschiffe nur dadurch gekentert, waren sie doch hervorragend formstabil und professionell gebaut). Die Wettfahrtleitung schickte uns schnell aufs Wasser und verlor auch keine Zeit bis zum Start – die vorgeschriebenen 30 Minuten Zeit wurden wohl nicht weit überschritten, aber es gab dennoch keine Trödelisten am Start (man nehme sich ein Beispiel, zum Dritten). Die erste Wettfahrt lief also bei leichtem, löchrigem Südwestwind und wurde nach einer Runde verkürzt. Dies wurde allerdings mit Flagge F angezeigt, die wohl der eine oder andere nicht sofort verstand und erstmal am Ziel vorbeisegelte (wer die Segelanweisung liest, ist klar im Vorteil!). Für die zweite Wettfahrt stabilisierte sich der Wind etwas und bei 1-2 Windstärken konnten die geplanten zwei Runden absolviert werden. Nach dem Zieleinlauf ließ der Wind dann merklich nach, weshalb die Regatta zeitnah beendet wurde und wir mit dem letzten Hauch noch den Hafen erreichten. Dort wurden wir mit reichhaltig belegten Semmeln, Weißwurstsalat und dem übrigen Kuchen empfangen … man muss sich nach zwei so anstrengenden Rennen und dem Abbauen (und vor der drohenden Heimfahrt) ja wieder stärken!
Zurück zum Sportlichen: Gewonnen haben souverän mit zwei Punkten Amir Malki und Marc Roell (SC Pilsensee) vor den Lokalmatadoren Wolfgang Niessen und Wencke Kirst (5 Punkte, SRS) sowie Hilmar und Martina Schneider (8 Punkte, SC Laacher See Mayen). Trotz mangelnden Windes war die Simssee-Kanne insgesamt ein schönes und gelungenes Event bei einem sehr gastfreundlichen Club (wo sonst bekommt man abends das Clubhaus überlassen mit der einfachen Bedingung „Machts bitte ‘s Liacht aus, wenn ‘r gehts“?) und einem Wettfahrtleiter, der es geschafft hat, bei schwierigen Bedingungen zwei faire Wettfahrten über die Bühne zu bringen. Vielleicht kann sich der eine oder andere aufraffen und nächstes Jahr die Teilnehmerzahl etwas erhöhen – es wäre jedenfalls wünschenswert und zu empfehlen!
Vivien Selent
GER 4044
PS: Wer nach all den Essenserzählungen jetzt Hunger hat, darf nun zum Kühlschrank, dieser Bericht ist nämlich hier zu Ende
Platz 2
Platz 1
Platz 3


