Wörthsee

Elisabeth und Herbert Kujan gewinnen am Wörthsee

Juni 29, 2026Berichte

Der Wörthsee-Cup 2026 – Oder: Warten auf den Wind mit Schweinebraten-Garantie

Am letzten Juniwochenende trafen sich 13 hochmotivierte Teams, um den legendären Wörthsee – Cup auszusegeln. Das Wetter hätte für einen Prospekt über den perfekten Sommerurlaub nicht besser sein können: strahlender Sonnenschein, Badewetter, türkisblaues Wasser – lediglich ein kleines Detail fehlte: Wind.

Nach der ersten Steuerleute-Besprechung um 11 Uhr wurde bereits vorsichtig die Möglichkeit einer Startverschiebung diskutiert. Manche nannten es Optimismus, andere Realitätsverweigerung. Der See selbst blieb jedenfalls unbeeindruckt und präsentierte sich spiegelglatt. Also: Startverschiebung auf 13 Uhr.

Die Teilnehmer reagierten professionell. Sie badeten. Sie ratschten. Sie genossen Kaffee auf der herrlichen Dachterrasse. Kurz gesagt: Sie litten heldenhaft.

Um 13 Uhr dann die nächste Besprechung. Das Ergebnis: Der Wind war weiterhin im Homeoffice. Also erneut Startverschiebung. Einige Segler nutzten die Zeit, um ihre Boote zu optimieren, andere segelten mit dem vorhandenen Hauch von Nichts über den See, und wieder andere perfektionierten die hohe Kunst des Nichtstuns in der Sonne.

Um 15 Uhr schließlich die entscheidende Lagebesprechung. Die Erfahrungen der vergangenen Tage ließen hoffen, dass der Wind gegen Abend doch noch seinen Dienst antreten würde. Und weil echte Segler zum Segeln und nicht zum Essen anreisen, beschlossen die 13 Teams einstimmig: Startbereitschaft bis 19 Uhr!

Dank einer fantastischen Wettfahrtleitung und eines ebenso flexiblen Küchenteams konnte sogar der Schweinebraten seine Abfahrtszeit nach hinten verschieben. Schließlich weiß jeder Kenner: Schweinebraten schmeckt bei angenehmen Abendtemperaturen ohnehin besser.

Die Zwischenzeit wurde sinnvoll genutzt: Wasserball, Sonnenbaden, philosophische Gespräche über Windrichtungen, die es nicht gab, und natürlich die immer wiederkehrende Frage: „Spürst du was?“ – „Nein, das war nur jemand, der vorbeigelaufen ist.“

Gegen 19 Uhr stand fest: Heute keine Wettfahrt. Der Wind hatte endgültig abgesagt. Also wechselte man nahtlos in Disziplinen, die deutlich zuverlässiger funktionierten: Schweinebraten essen, einen traumhaften Sommerabend genießen und das Freibier des Geburtstagskindes fachgerecht vernichten.

Doch der Sonntag sollte alles ändern.

Neuer Tag, neues Glück, neue Uhrzeit: Startbereitschaft bereits um 7:30 Uhr. Der Wetterbericht hatte Wind angekündigt – und diesmal sollte er tatsächlich recht behalten.

Zwar lag der See morgens zunächst wieder da wie frisch gebügelt, doch dann ertönte plötzlich das erlösende Signal vom Startschiff. 8 Uhr. Raus aufs Wasser. Jetzt wird gesegelt!

Und wie! Zwei wunderschöne Wettfahrten bei türkisblauem Wasser, Sonnenschein und besten Bedingungen. Endlich konnten die Segler zeigen, dass sie nicht nur hervorragend baden und ratschen können.

Zur dritten Wettfahrt wurde es dann spannender. Der Wind legte zu, dunklere Wolken tauchten auf, und plötzlich stellte sich die Frage: Zwei Wettfahrten? Drei Wettfahrten? Oder doch lieber Pizza?

Einige Crews entschieden sich gegen die dritte Runde. Andere zogen sie tapfer durch und fragten sich anschließend, warum ausgerechnet sie so vernünftig gewesen waren. 

Nach drei Wettfahrten und zunehmendem Wind beschloss die Wettfahrtleitung eine wohlverdiente Mittagspause. Auf der Dachterrasse wurde Pizza serviert, blaue Flecken wurden begutachtet und erste Heldengeschichten des Tages erzählt. Manche kühlten sich erneut im Wasser ab – schließlich muss Spitzenleistung gut vorbereitet werden.

Um 14 Uhr ging es ein letztes Mal hinaus auf den See. Und der Sonntag meinte es gut: Noch zwei weitere wunderschöne Wettfahrten konnten gesegelt werden.

Fünf Wettfahrten insgesamt – nach einem Samstag mit exakt null.

Um 16 Uhr fand die Siegerehrung statt. Glückliche Gewinner, erschöpfte Teilnehmer und jede Menge Geschichten für die kommenden Monate. Einige blieben noch zum Baden, andere machten sich direkt auf den Heimweg.

Doch eines war bei allen gleich: Die Vorfreude auf die nächste große Herausforderung – die Internationale Deutsche Meisterschaft der Klassenvereinigung (IDM) in Warnemünde.

Und vielleicht ist dort ja sogar Wind bestellt.

Susanne Schöttl 

Platz 2

Platz 1

Platz 3

Finisher

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