Jörg Friedlein und Oliver Barbik gewinnen in Travemünde

Timpe (Klaus Ebbinghaus Anm. d. Red.) und ich hatten bereits im Winter die schwierige Entscheidung getroffen nicht zur IDM zu fahren, dafür aber wieder nach Travemünde. Mehr Urlaub geben Job und Familie derzeit einfach nicht her.

Als dann die begeisterten Berichte vom tollen Wetter und super Wind am Steinhuder Meer kamen waren wir doch etwas neidisch. Vielleicht doch falsch entschieden?

2017 konnten die Kielzugvögel wegen der parallel stattfindenden deutschen Jugendmeisterschaft in allen Jugendbootsklassen nicht zur Travemünder Woche.

2018 wollten wir also unbedingt wieder an die Ostsee! Abfahrt 14.30h in München. Stopfrei durch das durch Hitze und Trockenheit komplett ausgedorrte Deutschland über Nürnberg, Berlin, Schwerin nach Travemünde Priwall – Ankunft 00.30h – Boot abhängen - parken direkt an der Trave, dann das vorgekühlte Tegernseer auf das wir uns bereits seit Berlin gefreut haben.

Spezieller Gimmick in Travemünde ist, dass man von unserem Standort am Priwall (dort Wasserliegeplätze und Wohnmobilstellplätze) nur mit der Fähre nach Travemünde übersetzen kann. Morgens also in Ruhe Boot aufbauen, Fähre fahren und melden etc.

Die neuen Bauten am Priwall haben wir zwar nicht als Highlight empfunden, aber es wird ein ganz gute Anlage und der Hafen sowie die neuen Sanitäranlagen sind toll.

Also Rahmenbedingungen sehr gut, Temperatur steigt ständig, Wind ist erst für den späten Nachmittag angekündigt. Die ersten zwei Wettfahrten bei sehr leichtem Nordostwind. Erst als wir wieder in den Hafen frischt der Wind etwas auf. Bei diesen Verhältnissen ist Jörg Friedlein mit Oliver Babic an der Vorschot weit vorne, wir kommen noch nicht gut klar.

Nachmittags ist der Strandliebhaber Timpe nicht mehr zu sehen, ich kuriere einen Infekt aus.

Am 2. Tag deutlich mehr Wind, trotz des relativ kleinen Feldes mit 13 Booten haben wir extrem enge Rennen mit zum Teil kniffligen Tonnenmanövern. Wir segeln gemeinsam mit 5.5 und Varianta auf einer Bahn. Die Wettfahrtleitung trennt uns daher in Innerloup und Outerloup. Wir liegen nach der ersten Kreuz weit vorne und wollen Innerloup segeln (sonst aber keiner) wir reihen uns nach Einsicht des Fehlers auf Platz 6 wieder ein. 2. Rennen bei auffrischendem Wind aber nach wie vor segeln wir in Shorts und T-shirt! Jörg startet völlig verschlafen, gewinnt trotzdem. Er hat eine andere Geschwindigkeit als alle anderen.

Als tolle Idee stellte sich auch heraus jeden Tag nur max. 2 Wettfahrten zu segeln. Daher alles entspannt, viel Freizeit am Strand etc. Freitag  und Samstag sind ebenfalls herrlich Segeltage mit Wind zwischen 3 und 4 Bft. Vor der letzten Wettfahrt waren Jörg und Oliver klar vorne und konnten sich verabschieden. Platz 2-5 waren aber punktgleich (nach 7 Wettfahrten!) Eine spannende 8. Wettfahrt also, die Herbert Kujan mit Manni Kempf klar vor uns ins Ziel brachten.

Auf den weiteren Plätzen: der Oberschenkeloperierte Jürgen Reichart mit seinem Nachbarn und der Trombose geplagte Michael Hotho mit Jochen Wiebking.

Zum Abschluss gabs noch Sturm und ein bisschen Regen, aber da hatten wir schon komplett abgebaut und warteten auf die Siegerehrung.

Ein rundum umwerfendes Segelereignis, tolles Segelwetter, gute Organisation, schöne Wohnmobilstellplätze und als Zuckerl lasershow auf der Passat – dahinter die Mondfinsternis – Wahnsinn. (Bilder unter Travemuenderwoche.com) Wir freuen uns auf 20 Teilnehmer in 2019!